Elisabeth Báthory, Ungarns Vampirfrau

Dracula kennen Sie Bescheid, aber haben sie schon mal von Elisabeth Báthory gehört? Sie war auch eine Gräfin wie Dracula (sein offizieller Name: Vlad Țepeș) war ein Graf, beide lebten im Königreich Ungarn, aber diese waren nicht die einzigen Ähnlichkeiten zwischen Ihnen. Der Legende zufolge hat Elisabeth Báthory im Blut von jungen Mädchen, die zuvor zu Tode gefoltert wurden, gebadet, nur weil sie dachte, sie würde ihre Haut vor dem Altern verhindern. Etwa 600 Mädchen wurden von ihr während des Alters getötet, wie sie von ihren Staatsanwälten erklärt wurde.

 

Elizabeth with her husband - waxworks in the Nyírbátor Castle
Elisabeth mit ihrem Mann – Waxfiguren in der Burg von Nyírbátor

Was ist das wahre von all dem? Historiker sagen: nichts. Dieser Anwurf wurde nur geschaffen, um ihr großes Vermögen zu erwerben, da sie eine der reichsten Frauen Ungarns war. Sie wurde in einer reichen und mächtigen Familie in der Burg von Nyírbátor geboren (ihr Onkel war der Prinz von Siebenbürgen, später polnischer König), aber ihr Vermögen trat erst dann in die Top 5 in Ungarn ein, nachdem sie Franz Nádasdy im Alter von 15 Jahren heiratet hatte. Ihr Mann hatte große Ländereien in Transdanubien, und er war ein berühmter Krieger der Kämpfe gegen die Türken, die Ungarn damals angriffen. Er wurde oft als „Schwarzer Ritter“ genannt. Leider starb er in einer Schlacht und Elisabeth wurde Witwe im Alter von 44. Das hätte dem Habsburgischen Hof – immer knapp an Geld – die Idee geben sollen, das immense Vermögen der Frau, nicht mehr von seinem mächtigen Ehemann beschützt, zu ergattern.

Das Ziel war weder für Frau Báthory noch für den Hof gut. Obwohl hunderte von Zeugen an der Verhandlung beteiligt waren, wurde am Ende kein Urteil gefällt. Trotzdem wurde Elisabeth in einer ihrer Burgen in Čachtice (Schächtitz, heute in der Slowakei) bis zu ihrem Tode festgehalten. Ohne Urteil konnte aber der Hof Báthorys Riesenvermögen nicht ergattern. Nur die Menschen wurden reicher – mit einer beliebten Legende.

 

The trial of Elizabeth – waxwork in the Nyírbátor Castle
Der Prozess von Frau Báthory – Waxfiguren in der Burg von Nyírbátor

Das berühmte Schloss von Schächtitz besuchen wir nicht während unserer Pilgerwanderungen, aber wir sehen die Burg von Sárvár an, wo sie fast 30 Jahre lang mit ihrem Mann (oder eher ohne ihn, da er sich meistens an Feldzügen gegen die Türken befand) lebte. Die Führung ist ein Teil unserer Pilgerradtour „Körperliche – geistliche Rekreation in den pannonischen Heilbädern“.

 

Castle of Elizabeth Báthory: Sárvár
Sárvár, die Burg von Ferenc Nádasdy, Ehemann von Elisabeth Báthory

Wir werden auch einen anderen Ort vorbei gehen und besuchen, der mit ihr in Verbindung steht, und zwar die Burg von Füzér. Hier ist der Ausgangspunkt unserer Hl-Elisabeth-Wanderung, die aber nicht nach Frau Báthory, sondern nach der Heiligen Elisabeth von Thüringen benannt ist. Diese Festung gehörte auch Elisabeth Báthory, wurde aber eher als Schatzkammer der Wertsachen verwendet als für die lebenden, weil sie fast uneinnehmbar war.

Attila

 

Castle of Füzér
Burg von Füzér, ehemaliges Eigentum von Elisabeth Báthory

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