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pannon pilgrim

Martinsweg

Porta Speciosa in Pannonhalma Erzabtei

Martin von Tours

Der Heilige Martin wurde um 316 n. Chr. in der pannonischen Stadt Savaria (heute Szombathely/Steinamanger, Ungarn), im Römischen Reich geboren. Dem Beruf und der Anregung seines Vaters folgend wird er zum Legionär der römischen Armee. Er dient in Gallien, als er eines kalten Wintertages auf einen zitternden Bettler trifft. Da er ihm Leid tut, schneidet er seinen Soldatenmantel in zwei Stücke und gibt dem Bettler die eine Hälfte.

Sein Leben nimmt damit eine grundsätzliche Wende: er sieht Christus im Traum, der ihm als jener Bettler erscheint, dem er am vorigen Tag geholfen hat. Er verlangt mutig seine Entlassung aus der Armee, und lässt sich taufen, obwohl er damit sein Leben aufs Spiel setzt. Er macht lange Reisen: sucht seine Eltern in Savaria auf, wo er seine Mutter tauft, wird Eremit in Italien, und gründet dann Klöster in ganz Europa. Sein Weg wird durch wundersame Heilungen und Auferstehungen begleitet.

Er hält sich gerade in Tours auf, als er im Jahre 371 zum Bischof der Stadt gewählt wird, und, obwohl er sich in einem Geflügelstall vor der Ernennung versteckt, das Gegacker der Gänse verrät seinen Zufluchtsort. Der alte Martin reist anlässlich eines theologischen Disputs nach Candes, wo er 397 stirbt. Sein Leichnam wird nach Tours gebracht, wo er am 11. November beerdigt wird.

Seine Verehrung verbreitet sich bald in ganz Europa: zahllose Ortschaften werden nach ihm benannt, viele Kirchen zu seiner Ehre errichtet und er wird sowohl von Frankreich, als auch von Ungarn zum Schutzheiligen gewählt.

 

Mosaik Landkarte mit den Orten von Martinus

Der Weg

Der Gedanke eines Pilgerweges entstand unabhängig voneinander in Ungarn und in Frankreich, und der Europarat erklärte ihn 2005 auf französischen Antrag zur Route der Europäischen Kultur. Der Pilgerweg verbindet die verschiedenen Schauplätze des Lebens des viel wandernden Bischofs Martin des Heiligen. Die sich ursprünglich zwischen dem Geburtsort Savaria des Heiligen Martin (heute Szombathely, Ungarn) und Candes-Saint-Martin (Frankreich) erstreckende, etwa 2500 km lang Route wurde durch mehrere kleinere Pilgerwege ergänzt, welche den Pilger zu den Kultstätten des Heiligen Martin führen.

Es ist fast unmöglich aufzuzählen, durch welch‘ abwechslungsreiche Landschaften dieser Weg führt, zu dessen Zurücklegen etwa dreieinhalb Monate notwendig sind: winzige und zauberhafte Dörfer, Städte mit großer historischer Vergangenheit, die Bergpässe der Alpen, das malerische Loire-Tal und Tours, der Bischofssitz vom Martin, sind bloß einige Beispiele für die Vielfältigkeit des Weges. Eine besondere Schönheit des Pilgerweges liegt darin, dass wir dabei den Lebensweg des Heiligen Martin kennen lernen und durchwandern können, wodurch wir das Leben, das Vorbild und den Glauben des vor vielen Jahrhunderten gelebten Heiligen auf eine ganz unmittelbare Art und Weise erleben.

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Ungarisches Steppenrind

Die Landschaft

Der Martinsweg führt in Ungarn von dem auch für seine römischen Denkmäler (z.B. Isis-Heiligtum) bekannten Szombathely/Steinamanger aus in Richtung Nord und Süd.

Der römischen Bernsteinstraße in südlicher Richtung folgend, führt der Weg zunächst an einem Meisterwerk der Architektur der Romanik in Ungarn (Ják/Jaak) vorbei, dann kommt er über ein prunkvolles Barockschloss (Körmend/Kirment), über Wälder, Wiesen und Obstgärten zum Gebiet Őrség, einer der schönsten Landschaften des Landes. Der sich durch hügelige Landschaften schlängelnde Pilgerweg wird durch reformierte Glockentürme geschmückt, jene charakteristischen Denkmäler der volkstümlichen Architektur der Gegend.

In nördlicher Richtung können wir Einblick ins alte Dorfleben gewinnen (Szombathely, Freilichtmuseum des Komitats Vas/Eisenburg), die Perle des Alpenostrands (Kőszeg/Güns) treffen, und dann nach dichten Tannenwäldern und Bergen auf eine mildere Hügellandschaft hinuntersteigen. Die einfache Landschaft birgt aber gleichzeitig zahlreiche Schätze in sich: eine winzige romanische Kirche (Sopronhorpács), ein Schloss des Barocks und der Renaissance (Mihályi) und die einfache Würde ausstrahlende evangelische Barockkirche (Nemeskér). Der Pilgerweg kommt schließlich zum aus der pannonischen Landschaft emporragenden Gebäudekomplex der Benediktinerabtei von Pannonhalma, die einst auf dem Sankt-Martins-Berg errichtet wurde, und die tausendjährige Vergangenheit mit der christlichen Spiritualität auf besondere Weise vereint, beziehungsweise ein großartiges Vorbild zum inspirierenden Treffen von Alt und Modern liefert.

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